Über

Mind Walker ist ein 2018 gegründetes philosophisches Blogprojekt.

Im Zentrum stehen jene Themen, die den Autoren im akademischen Kontext zunehmend bedroht scheinen. Bedroht sind die Inhalte nicht aufgrund von Zensur, Verfolgung oder expliziter Tabuisierung, sondern aufgrund der fortschreitend an Monetarisierungsfaktoren und Politikinteressen ausgerichteten Forschungslandschaft.

Lag von der Antike bis in die Neuzeit der genuine Hauptfokus der Philosophie auf der Frage nach dem Prinzipiellen, Unbedingten und Absoluten, so ist dieses Thema der klassischen philosophischen Theologie heute an Universitäten in die religiöse – genauer: vornehmlich katholische – Theologie gedrängt.
Nur an katholischen Fakultäten, und hier zumeist im Verbund mit der konfessionell geprägten Fundamentaltheologie, pflegt das einstige philosophische Kernthema ein religionsphilosophisches Nischendasein.
Projektanträge werden entweder nur von kirchlicher Seite mit der entsprechend konfessionell geprägten, zumeist apologetischen Ausrichtung oder im interreligiösen, zumeist eher religionswissenschaftlich orientierten Bereich unter dem Vorzeichen einer kultur- und sprachphilosophischen Vermittlungshilfe bewilligt.

In der akademischen Philosophie selbst fließen die Gelder in erster Linie in meist von wirtschaftlichen, technischen, ökologischen oder sozialpolitischen Anwendungsinteressen geleitete Projekte. Hier kann der Geldgeber, sei er nun explizit ein Industrie- oder Wirtschaftsakteur, oder sei er von staatlicher Seite an die Rechenschaftsberichte für Steuergeldvergabe gebunden, den Nutzen seiner Geldanlage PR-trächtig einfacher verantworten. So werden vorrangig wirtschafts-, medizin- , umwelt- und sozialethische, aber auch wissenschaftstheoretische und kulturelle Themen gefördert.
Es herrschen mit anderen Worten die Gesetze des Marketings über die institutionelle akademische Philosophie. Dies hat nicht nur Nachteile, sondern vor allem strukturelle Vorteile. Die akademische Selbstverwaltung unterwirft sich allerdings auf diese Weise in geistiger Hinsicht dem ökonomischen Prinzip. Quantifizierbare Effizienz regelt den Forschungsbetrieb. Die alles bestimmende Frage ist: „Wofür ist das gut?“ Damit liegen utilitaristische Engführungen nahe.

Die Perspektive auf das Unbedingte – auf dasjenige, das intrinsisch, d.h. um seiner selbst willen gut, ist – scheint zumindest so allein aufgrund seiner prinzipiellen Unvermarktbarkeit aus dem akademischen Forschungskanon verbannt zu sein.

Weiterhin ist mit philosophischen Letztfragen vor allem eine tiefe Skepsis aus sozialpolitischer, aber auch religiöser Richtung zu vernehmen:
Geht es hier etwa um Ideologie? Oder sogar um Fundamentalismus?
Was soll dieses „Letzte“ oder „Prinzipielle“ sein?
Die offene Gesellschaft fürchtet sich um ihr implizites Toleranzgebot nicht weniger als die Kirchen um ihre Deutungshoheit über Offenbarungswahrheiten.

Die Aussparung neutraler philosophischer Beschäftigung mit Letztfragen auf akademischem Niveau – was bedeuten sollte: allein vernunftgeleitet – droht jedoch, gerade diese Gefahren unbeabsichtigt zur Realität werden zu lassen.
Wer die Prinzipien seiner Weltanschauung und seines Handelns nicht vor dem Forum allein vernunftgeleiteter Letztfragen verantworten will, sondern sie stillschweigend hypothetischen Zwecküberlegungen unterordnet, der lässt seine eigentlichen Maßstäbe nicht nur im Dunkeln, sondern überlässt sie mitsamt seiner gesamten Lebensführung unhinterfragt der Meinungsmache Anderer.

Ein konfessionell neutrales, genuin philosophisches Forum für letzte Fragen, geistige (Ab-)Gründe und das Prinzipielle zu bieten, soll genauso Aufgabe dieses Blogs sein wie das Angebot zum Dialog.